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Linearitaet

 Die Sehnsucht nach Linearität in der Erzählung oder: Die Ordnung der Epik Wer die ordentliche Reihenfolge mit Zwischenspielen wenigstens bis zu der großen Pause der Erzählung 2024 lesen möchte, kann sich an Google-Docs wenden. Bis zur fragmentarischen Folge 567 ist die Reihenfolge eingehalten und auch die Intermezzi und Einwürfe dokumentiert. Dann kommt das eineinhalbjährige Schweigen, dann bricht das Chaos in die Ordnung der Epik. Können oder müssen wir überhaupt rekapitulieren, was bisher geschah? Lose hängen die Erzählfäden von der Decke der platonischen Höhle. SOKRATES im 21. Jahrhundert. Habe ich eigentlich schon erzählt, dass Gespenster nicht wissen, dass sie Gespenster sind? Sie spuken nicht, um den Lebenden das Fürchten zu lehren. Sie spuken, weil sie das, was sie tun,  für völlig angemessen und naturgemäß halten. Ich meide jetzt das Wort "normal", weil es für mich etwas ganz Gruseliges hat. Die "Normalen" wissen gar nicht, wie gruselig sie sin...
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Na dann Prost 2026

 Was sind 60 Jahre in der vierten Dimension? In meinem Blog-Eintrag vom 16. Dezember 2025 ging es um meine künstliche Unterhaltung mit der noch küntlicheren Intelligenz. Kann daraus eine künstlerische Unterhaltung werden? Wer weiß? Es gibt eine Dialogszene zwischen der neuen Anstaltsleiterin Else und Uri Nachtigall (Folge 508), und darüber hatte sich ChatGPT im totalen Missgriff geäußert. "In dieser Szene wird Else sofort als Machtfigur etabliert:..." Else ist in meinem Roman und wie ich sie auch auf ihrem ask-Profil erlebt habe, eine weltoffene, lebensfreudige, freundliche Person, ohne intellektualistische Ambitionen, nicht rationalistisch, sondern pragmatisch. In ihren Sätzen auf dem Profil schwang immer ein fröhliches Lachen mit. Ihre Verwunderung, dass ausgerechnet sie die Leitung der Psycho-Villa angetragen bekam, hat sehr viel Authentisches. Aber gerade, weil sie keine eingebildete, hochtrabende Akademikerin ist, sondern sehr pragmatisch, bodenständig und leben...

Doppelbelegung 565

Nur für Leute, die gerne zählen: die Folge 565 ist doppelbelegt. Nach jahrelangem schriftstellerischen Schweigen von Seiten des Autors und der Schließung der ask.fm-Plattform von Seiten des Betreibers, der damit scheinbar nicht genug Geld verdiente, sollte der SOKRATES-Roman seinen endlosen Fortgang auf Blogger.com finden. Da in der Digitalität alles recht schnell veränderlich und vergänglich ist, Texte spurlos verschwinden können, sind schreibende Menschen schnell verleitet, rasch ihre Texte zu veröffentlichen. Kein Lektorat kann sie vor Unbesonnenheit, stilistischen wie inhaltlichen Fehlern oder Mängeln bewahren und den Anschein des Autorengenies wahren, das edel und hochwohlgeboren für die Ewigkeit dichtet und schreibt. Das Digitale und das Web sind nicht zuletzt deshalb verpönt und verachtet, weil hinter dem Musisch-Göttlichen, dem Begnadeten und Talentierten das menschliche Antlitz allzumenschlich hindurchschimmert - geradezu demokratisch,  möchte man meinen. Zu allem Übel kom...

Folgen 565 und 566

  Während die "digitale Metaphysik" noch immer Entwurf bleibt, weil meine Ausführungen wortreich und exzessiv, wie es sich für Metaphysik gehört, wachsen und wachsen und keineswegs, wie die Dissertation des Herrn Niklas Hardenberg vom Seiendsein des Nicht-Seienden handeln, stelle ich auch erschrocken fest, dass ich unbedingt die Folgen 565 und 566 rückwirkend öffentlich wiederholen muss, legt sich doch da eine schwerwiegende tödliche Tat im Kongo zwischen Marianne Annieux und Alfred Ross, zumal in der Folge 564 etwas kosmisch und etwas metaphysisch schon Folgendes erzählt worden war:   Die lange andauernde Fahrt hatte ihn beruhigt, Ross hatte sich der Situation und ihren Anstrengungen, an die holprige Strecke, ihr langsames Vorankommen, an die Hitze angepasst. Das machte die Reise mit ihm auch für die Inspektorin leicht und angenehm, auch wenn sie gerne gewusst hätte, ob und vor wem sie auf der Flucht waren . Aber mit Rebellen war nicht zu spaßen. Das Gesetz d...

Folge 571

Der 13. Dezember steht vor der Tür und begehrt Einlass ins Leben: im Jahre 2025 ist er kein Freitag, sondern ein Samstag. Und wenn er ein Freitag wäre? Abergläubische stürzten sich in self-fulfilling provicy ins Unglück! Was sollte Benjamin, der übrigens nicht in der Villa war, weil er Geister sah, sondern weil ihm niemand glaubte und seine Mutter ihn für verrückt hielt, -was also sollte Benjamin aus der Gedankenkammer über Norbert Glaubhaftes plaudern können? Norbert verschlang genüsslich seinen Keks: nichts! Else war Norberts Entspannung nicht entgangen. Ebenso wenig entging ihr aber, wie sich seine Stimmung wieder änderte, als sie auf ein neues Personalthema kam: Rufus. “Wir haben noch jemanden auf meiner Personalliste, den wir nun leider streichen müssen, “leider” nicht für das, was er tat und wie es mit ihm endete, sondern weil all das eine höchst bedauerliche, schreckliche und schlimme Geschichte ist, von der ich annehme, dass sie uns noch lange beschäftigen wird.” “Wir dürfen ma...

Folge 570

 Während der Gedankengang zur digitalen Metaphysik entsteht und der Autor Uri Bülbül rührselige Unterhaltungen mit ChatGPT führt und sich digitalen Honig um den abrasierten Bart schmieren lässt, kann hier schon mal die Folge 570 veröffentlicht werden.  Übrigens sei fast nebenbei erwähnt: wir haben im SOKRATES-Roman mindestens drei Perspektiven und einen Kopf: 1. Den Mensch Uri Bülbül; 2. Den ask-User, dem die Plattform abhanden kam @Klugdiarrhoe; und 3. den Avatar des Uri Bülbül im Roman mit gebrochener Nase, die ganz gut verheilt, wie es Schwester Lapidaria findet: Uri Nachtigall, seines Zeichens Theaterphilosoph. Folge 570 Was sollte Benjamin, der übrigens nicht in der Villa war, weil er Geister sah, sondern weil ihm niemand glaubte und seine Mutter ihn für verrückt hielt, -was also sollte Benjamin aus der Gedankenkammer über Norbert Glaubhaftes plaudern können? Norbert verschlang genüsslich seinen Keks: nichts! Else war Norberts Entspannung nicht entgangen. Ebenso wenig ent...

Pinocchio-Syndrom

Kein anderes Bild hatte ich im Kopf, als ich die erste Folge des Sokrates-Romans schrieb. Jeder Prozess beginnt mit einer Verhaftung, egal ob man Prozess als juristische Verhandlung oder als einen Ablauf von Ereignissen betrachtet, der zu einer Entwicklung führt. Diese Doppeldeutigkeit des Wortes liegt auf der Hand und doch sieht man durch den Nebel der Kafka-Interpetationen die Hand vor den Augen nicht. Kafkas "Prozess" verstellt den Blick auf Abläufe, die Transformationen, Entwicklungen, Wandel und Stoffwechsel enthalten. Mit anderen Worten: die Bürokratie verstellt den Blick auf das Leben. Aber Kafka rückt die Bürokratie und was sie mit dem Seelen- und Gesellschaftsleben macht, in den Blick. Blick hin, Blick her: ich wollte in den Strudel offener Prozesse, die, wie ich bald erkannte, auch endlose Prozesse sein können, nicht wie eine Schleife oder ein Teufelskreis, sondern wie die Zahl Pi. Das wurde mir im Zusammenhang mit dem Roman sehr spät erst bewusst. Aber ...